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Schienensuizid

November 14th, 2009 von tyrosstan

Nun ist dieses Ereignis schon wieder fast vier Tage her. Robert Enke, Deutscher Fußballspieler (zuletzt Torhüter bei Hannover 96), hat sich für den Freitot entschieden. Dies geschah im Niedersächsischen Eilvese. Auch mich beschäftigte der Vorfall ziemlich lange, war ich doch vor fast 7 Jahren dabei gewesen, als ich auf den Weg von Chemnitz nach Binz war. Ich saß damals mit meiner Ex-Verlobten im Interregio-Express von Zwickau nach Dresden, und in Dresden wollten wir in den Eurocity Richtung Hamburg einsteigen. Als wir aus Freital-Deuben abgefahren sind, dauerte es nicht lange, und es machte “Wumms!” Keine Minute später hörten wir auch schon die Hubschrauber-Rotoren andonnern, und da dachten wir uns schon, was passiert sein könnte. Über die Lautsprecher des Zuges hörten wir zwar, das es sich um ein Notarzteinsatz am Gleis handele, allerdings habe ich vor kurzem in der Wikipedia gelesen, das man es auf diese Art und Weise den Fahrgästen verschleiern will. Naja, ich hatte mich bisher immer gefragt, was bei solchen Menschen vorgehen muss, die sich für diesen Schritt entscheiden. Eben hatte ich noch ein intensives Telefongespräch mit Jeanett, und sie hat mir die verschiedenen Aspekte und Zusammenhänge erklärt. Das ist schon ein sehr schweres Thema. Für die Lokführer ist es ja besonders schwierig, weil sie unmittelbar den Tot eines Menschen miterleben müssen.

wie auch immer, trotz alle den mache ich mir erst mal ein schönes Wochenende auf Rügen, wo ich mich zumindest wieder etwas entspannen kann.

Posted in Gedanken, Persönliches |



3 Responses to “Schienensuizid”

  1.   *kraskas Says:

    Als ich davon hörte kam mir der selbe Gedanke, der mich jedesmal beschleicht, wenn ich von einem Selbstmord höre oder lese: Was muss in solch einem Menschen vor sich gehen -
    1984 musste ich erleben, dass sich eine gute Arbeitskollegen das Leben nahm, die ich novh am Vorabend ihres Freitodes sah Ich frage mich: Welch ein Mut muss dazu gehören, so etwas zu tun -
    es gibt so viele, nach außen erfolgreiche Zeitgenossen, deren Inneres leer und finster ist. Geld alleine macht nun mal nicht glücklich.
    Ob Fußballer, Schauspieler oder Otto Normalverbraucher, wir sollten einander helfen, trösten und vor allem: Wir sollten einander zuhören. Diese Art von Hilfeschreie ist so laut! Klaus Kraska

  2.   *bertrams Says:

    Ich denke auch, dass wir mehr Solidarität brauchen. Der Punkt ist, dass man in unserer Gesellschaft nicht hören will, dass es einem schlecht geht, dann ist man ein “Looser”, ein “Versager”. Ich weiß aus meiner eigenen depressiven Zeit, dass man dann nicht damit hausieren geht. Aber eine Gesellschaft, die nur aus Leistung ausgerichtet ist, die kann solche Hilferufe und Verzweiflungstaten nicht verstehen.

  3.   *tyrosstan Says:

    Hallo Jens,

    ja, das ist eine Erkenntnis, über die ich auch sehr lange nachgedacht habe. Den heutigen Menschen fehlt einfach das Desinteresse, und das ist - leider - traurig. Da ist es auch kein Wunder, wenn man sich leer und alleine fühlt. Man stößt ja immer wieder auf solche Wände.

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